Visierhelme, eine Option für Brillenträger?

Visierhelme von CASCO und von HEAD

Auf deutschen Pisten besteht zwar keine Helmpflicht, aber das Sicherheitsbewußtsein hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, Skihelme sind in und zum Helm gehört dann auch eigentlich die Skibrille, die aber viele Skifahrer – vor allen Dingen auch bei schlechter Sicht (Nebel, Schneefall … ) häufig auf dem Helm anstatt vor den Augen haben!! Vielleicht Brillenträger, die durch die Skibrille schlecht sehen oder deren Brille unter der Skibrille beschlägt?

Visierhelme – eine praktikable Lösung für Brillenträger?

Wir interessieren uns nicht für Visierhelme, weil wir immer die Skibrille vergessen, sondern weil diese feste Kombination einfach praktisch ist und weil Visierhelme Brillenträgern die Möglichkeit bieten, die individuell angepasste Brille unter dem Visier zu benutzen. Bei Skibrillen gibt es immer Probleme mit beschlagenen Brillengläsern. Korrekturgläser, die man in die Skibrille einsetzen kann, bieten nur ein eingeschränktes Sichtfeld ( Tunnelblick ) und für Kontaktlinsen, die ich sonst im Alltag nicht benutze, brauche ich immer sehr viel Geduld.
Aber es gibt solche und solche Visierhelme. Solche für EURO 150,- und solche für knapp 300,-.

Die unterschiedlichen Preise der Visierhelme sind nur teilweise in der Helmkonstruktion begründet; die drei gängigen Bauweisen, In-Mould, Hardshell oder sog. Hybridhelme weisen alle jeweils Vor- und Nachteile auf, liegen eigentlich preislich dicht beieinander.                            –  Bei In-Mould-Helmen wird eine Innenschale mit einer schlagfesten Außenschale „verbacken“.
Diese Helme sind sehr leicht, aber nicht ganz so stabil wie Hardshell- Helme.

–  Bei den Hardshell-Helmen ist häufig zwischen der Innen- und Außenschicht ein   Belüftungssystem     integriert. Diese Helme sind etwas schwerer als die In-Mould- Modelle, dafür sind sie aber auch
stabiler/sicherer.

–  Bei den Hybrid-Helmen versucht man, die positiven Eigenschaft der beiden anderen
Konstruktionen zu übernehmen. Der untere Teil wird häufig im leichten In-Mould- Verfahren
gebaut ( wenig Gewicht ), der obere Teil verfügt dann über eine robuste Hartschale.

Alle drei Konstruktionen erreichen problemlos die EU-Norm CN EN 1077 B ( ausreichend für den Freizeitbereich ).
Qualitäts- und damit Preisunterschiede gibt es dann schon eher bzgl. der Einstellungtechnik auf die individuelle Kopfgröße, bei der Form des Ohrenschutzes und bei der Frage der Belüftung.
Die gravierenden Preisunterschiede bei den Visierhelmen sind dann aber in der Qualität des Visiers und der Art seiner Befestigung begründet.
Viele aktuelle Visierhelme haben ein Visier mit Variomatic-Scheibenanpassung; die Scheibe passt ihre Tönung den wechselnden Lichtverhältnissen an. Die hochwertige Scheibe ist eine Photochromatic Scheibe, polarisierend, mit Anti-Fog und Anti-Scratch Eigenschaften, aus Polycarbonat und mit einem in der Endtönung 100%igen UV-Schutz ausgestattet. Diese neuen hochwertigen Visiere kann man in der Regel auch nachkaufen, wenn der helm z. B. schon seit 2-3 Jahren im Sortiment ist.
Der Scheibenwechsel funktioniert bei einem Visier nicht so einfach wie bei der tradiotionellen Skibrille, die Visierscheibe muss also schon deshalb multifunktioneller sein. Hier muss ja immer das komplette Visier gewechselt werden. Das wäre besonders kompliziert bei den flexibel gelagerten Visieren, denn in diesem Fall reicht es nicht, nur zwei Schrauben zu lösen.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden unterschiedlichen „Visier-Typen „ – das festintegrierte Visier wird mit zwei Schraubverbindungen ( Drehpunkte ) seitlich am Helm befestigt, oder aber das Visier verfügt über elastische Helmverbindungen – besteht vor allen Dingen aber aus der Sicht von Brillenträgern darin, dass die flexibel angebrachten Visiere über eine relativ sichere „Brillenträger-Option“ verfügen, das flexibel befestigte Visier kann ich über die Brille ziehen. Die anderen Visiere werden oft so eng am Kopf heruntergeklappt, dass die Brille bei vielen Modellen im Wege ist.
Man sollte also gerade bei einem Visierhelm eine ausgiebige Anprobe mit Brille machen, denn die Visiergrößen sind unterschiedlich und je nach Gesichtsgröße kann das abgeklappte Visier störend auf Wange oder Nase aufliegen oder doch nicht über die Brille passen!

Beim Helm von HEAD, He. RADAR / Da.RACHEL, sitzt der Helm schon optimal, ohne dass man ihn einstellt oder festzieht. Das sog. „Sphere Fit System“ wirkt wie eine größenverstellbare Mütze im Helm, der Helm sitzt perfekt.

 

 

 

 

 

Beim CASCO-Helm SP-2 war für mich als Brillenträger interessant, dass ich das Visier
( flexibel befestigt )ganz einfach nach vorn ziehen und so über die Brille setzen konnte. Die Visier saß ausgesprochen komfortabel, es gab keine beschlagene Brille, vor allem aber bei allen Bedingungen gute Sicht – Tönung stellt sich schnell auf jew. Lichtverhältnis ein.

 

 

 

Der BRIKO Helm Stromboli Visor Photo ist mit einem photochromatischem Visier ausge-stattet, das sich den Lichtverhältnissen anpasst, also die „Photo“ Version kaufen. Der Helm ist relativ leicht, mit abnehmbaren Ohrenpolstern und das Visier lässt genügend Platz für eine Brille – auch beim Zu- und Aufklappen.

 

Der Alpina Helm Attelas Visor QVM ist mit einem ganz speziellen Anpassungsmechanis- mus ausgestattet: Mit der patentierten ERGO3 Technologie wird die gesamte hintere Helmschale der individuellen Kopfgröße angepasst, der Helm sitzt dadurch sehr genau. Und er ist mit einer polarisierenden Varioflex – Scheibe ausgestattet. Auch bei diesem Helm mit festintegriertem Visier ist unter dem Visier genug Platz für eine Brille. Aber der Helm ist relativ schwer und liegt im UVP auch deutlich über 300,- €.

 

Die teilweise ganz ordentlichen Preisunterschiede liegen also fast immer an der Konstruktion und Ausstattung des Visiers. Wer es ganz nobel haben möchte, schaut sich bei SLOKKER um, den High-End Visierhelmen: Hier ist das Visier doppelt „verglast“. Die äußere polarisierende Scheibe garantiert einen 100%igen UV-Schutz und verstärkt deutlich die Konturen. Die Innenscheibe ist mit einer Photocromatik ausgestattet und passt sich der jew. Lichtsituation an. Diese Konstruktion verbindet die Vorzüge der Selbsttönung mit maximaler Filterung von diffusem Licht, sorgt also für guten visuellen Kontrast. Ein solcher Aufwand hat natürlich seinen Preis, z. B: Slokker BAKKA UVP 369,95 €, denn es gibt eben solche und solche Helme.