Skifahren in Frankreich

Skifahren in Frankreich – man denkt an riesige Skigebiete, aber auch an hässliche Hochhäuser im Schnee. Die Idee war damals in der 70-ern faszinierend: Skifahren kam unglaublich in Mode, in den Französischen Alpen war Platz und die Architekten stellten die Wohntürme dahin, wo der Schnee lag. Vom Bett auf´s Brett! Über Geschmack lässt sich natürlich streiten – Hochhäuser im Schnee strahlen nicht gerade Gemütlichkeit und Hüttenatmosphäre aus- aber unbestritten ist, dass die Skimöglichkeiten wirklich unbegrenzt sind. Die Größe der Skigebiete ist bis heute geblieben, geändert hat sich mittlerweile die Einstellung zur Ferienwohnung – auch Régine Jay-Grillot, die Fremdenverkehrschefin von Les Menuires (www.lesmenuires.com) würde die Skyline am liebsten wegsprengen.
Die Neubauten haben sich aber auch in Frankreich dem Zeitgeschmack angepasst, es gibt in Les Menuires mittlerweile kleine Wohneinheiten im Chaletstil, die auch in einem der Schweizer Nobelorte stehen könnten. Und auch hier gilt: Vom Bett auf´s Brett, man fährt direkt vom Skikeller los.
Sehr gut gefallen haben uns auch die Restaurants/Berghütten im Skigebiet, denn es gibt hier nicht die gigantischen Selbstbedienungshallen, die man aus vielen Alpenregionen ertragen muss, mit Pommes-Gestank und überlauter Almdudelmusik, hier hat man die alten Almhütten restauriert, teilweise überaus individuell und originell eingerichtet. Vor allem hält man die regionale Küche in Ehren.

Das größte Skigebiet der Welt, Les Trois Vallées, müsste eigentlich 4-Täler heißen, denn zu den ursprünglich 3 Tälern, Belleville (bestehend aus Saint Martin de Belleville/Les Menuires und Val Thorens (www.valthorens.com), dem Tal von Méribel und dem von Courchevel) ist das Tal von Maurienne dazu gekommen.
Die nackten Zahlen dieses Skigebietes sind schon beeindruckend: 600km Piste, 200 Liftanlagen, über 50 sog. Gaz-ex,ein perfektioniertes System zur automatischen Lawinensprengung, die Luftlinie zwischen den äußeren Orten Morelle im Süden und Brides im Norden beträgt gut und gern 26km.
In diesem Riesengebiet findet jeder seine Lieblingspiste. Unsere Favoriten waren die Pisten der SAULIRE und der benachbarten VIZELLE, die Piste der CIME de CARON, das Gebiet von LA MASSE und natürlich die fast 12 Kilometer lange Abfahrt vom 3MARCHE bis hinunter nach Saint Martin de Belleville. Dort sind die „historischen“ Liftanlagen in diesem Winter durch eine moderne Umlaufbahn ersetzt worden, man kommt also nach der Mittagspause –in der Dorfkneipe gibt es eine unglaublich leckere Lasagne- problemlos und schnell ins Skigebiet zurück.

Auch wer unberührte Hänge sucht, liegt in dieser Gegend richtig. Es gibt abseits der präparierten Pisten eine Fülle von Skirouten, die sog. Itinéraires. Die meisten dieser Skirouten bleiben in Pistennähe, die Orientierung ist also relativ problemlos, teilweise sind sie auch in den Pistenplänen skizziert. Wer richtig „off-piste“ fahren möchte, in Frankreich heißt das „hors pistes“, sollte allerdings einen Führer nehmen. Die Skischulen der E.S.F. (www.esf-lesmenuires.com/ www.esf-valthorens.com) bieten an ein oder zwei Tagen jeder Woche solche Ausflüge in kleinen Gruppen an. Keine Angst, Sie benötigen keine spezielle Tourenausrüstung, der Ausgangspunkt für solche Tiefschneeabenteuer ist meistens nach einer halben oder einer Stunde Fussmarsch von der Gipfelstation einer der Seilbahnen erreicht.
Als besonders angenehm empfanden wir, dass wir gegen Mittag wieder im Skigebiet zurück waren, man konnte sich daher mit Freunden, die lieber auf der Piste bleiben wollten, problemlos verabreden und den Rest des Tages gemeinsam fahren. Wir haben natürlich nur einige der vielen Möglichkeiten kennenlernen können: Von der Gipfelstation LA MASSE entweder nach Süden zum MONT DE CHAT queren, dann eine halbe Stunde bis zu einer Scharte unterhalb des MONT BREQUIN steigen. Von dort geht es durch steile Rinnen hinab zum LAC DU LOU und weiter Richtung LES MÈNUIRES zurück. Eine skitechnisch leichtere Möglichkeit gibt es von LA MASSE in nördlicher Richtung über den COL DE LA FENETRE und das ENCOMBRES-Tal bis fast nach Saint Martin ( bis zum Weiler Le Chatelard ) hinunter. Aber auch die Seilbahn CIME DE CARON eröffnet zum MAURIENNETAL tolle Tiefschneetouren, man kann dann problemlos mit den Auftiegsanlagen zum POINTE DE THORENS und damit ins Skigebiet zurückkommen.

Die schönste Abfahrt ist allerdings auch mit dem längsten Anstieg verbunden. Vom COL DE THORENS geht es stramme 300 Höhenmeter auf den AIGUILLE DE PECLET. Von dort entweder durch steile Rinnen direkt nach Val Thorens oder über den GLACIER DE GEBROULAZ zum COL DU BORGNE, von dort nach Méribel oder über den MONT DE PECLET nach Les MENUIRES oder VAL THORENS zurück.

Selbstverständlich gibt es in jedem der Talorte spezielle Kinderangebote. In Les Menuires ist es das Kinderdorf „Schtroumpfs“ (Schlümpfe), in Val Thorens sind es „Montana“ und „Roc“. Diese Kinderdörfer verfügen alle über einen eigenen Kinderlift oder ein Förderband und eine kleine separate Skipiste mit lustigen Figuren, Geländeformen, Hindernissen usw. Es gibt dort auch einen Kinderhort, Miniklub und Schlaf- und Spielräume. Natürlich gibt es in jedem Teilbereich dieses riesigen Gebietes Funparks, Boardercross-Strecken und eine Halfpipe, alles natürlich maschinell gepflegt.