Skifahren in der Schweiz: Wallis

Wallis - höher geht es nicht

Auf dem Dach der Alpen - man hat dieses Gefühl, wenn man aus der Gipfelstation am Kleinen Matterhorn (3820m) kommt und ringsherum die Alpengipfel sieht, das Skigebiet von Zermatt liegt einem zu Füßen. Man kann problemlos auf Ski nach Italien abbiegen, das Skigebiet von Breuil-Cervinia beginnt am Theodulgletscher, und damit stehen insgesamt fast 400km markierte Pisten zur Verfügung - eine beeindruckende Zahl.
Dieses riesige Skigebiet bietet wirklich für jeden Geschmack etwas, weite Hänge, Buckelpisten, Snowparks, sehr lange Abfahrten, verteilt auf 4 für sich schon ausreichende Skigebiete, die durch ein ausgeklügeltes Seilbahn- und Liftsystem miteinander verbunden sind. Das ganze Vergnügen hat natürlich seinen Preis, es gibt aber -ein kleiner Trost- Gratisskipässe bis zum vollendeten 9.Altersjahr, bis zum vollendeten 16.Altersjahr zahlen kids nur 50%, bis zum vollendeten 20.Jahr gibt es auch noch eine Ermäßigung, die dann auch gleichzeitig für Senioren gilt. Man kann Skipässe für das gesamte Skigebiet, nur für Zermatt oder auch für die Kombination Klein-Matterhorn/ Schwarzsee mit Cervinia lösen.

Liftpreise Zermatt und Cervinia nur Zermatt Kl.-Matterhorn u. Cervinia
Erw. Jugendl./Senioren Erw. Jugendl. Erw. Jugendl./Senioren
Tageskarte 72.- 61.- 64.- 54.- 60.- 51.-
6 Tage 362.- 308.- 320.- 272.- 288.- 245.-

Alles natürlich in Schweizer Franken. Die Preise sind gesalzen, aber immerhin ist der Skibus im Preis der Skikarte enthalten, nicht aber die Eisenbahn! Zermatt gehört nämlich zu den autofreien Orten in der Schweiz, man reist hier mit der Bahn an. Die Fahrt von Täsch, hier muss man vom Auto in die Bahn umsteigen, kostet als einfache Fahrt CHF 7,40, es gibt aber eine Familienermäßigung! Allerdings haben wir diese Bahnfahrt richtig genossen: Der Zug fuhr immer pünktlich, Zug und Bahnhof waren absolut sauber, es gibt noch einen Schalterbeamten, der Auskunft gibt - vielleicht sollte man Herrn Mehlhorn mal in die Schweiz schicken! Die Zuganreise wirkt richtig inszeniert, denn kurz vor Zermatt taucht im Abteilfenster der Berg der Berge auf - das Matterhorn.
Am meisten hat uns aber nicht beeindruckt, dass man in diesem riesigen Skigebiet fast immer das Matterhorn im Blick hat, sondern dass wir bis in den späten Abend skifahren konnten. Die Zahnradbahn zum Gornergrat fährt bis in die Nacht, auch die Lifte laufen dort oben bis zur Dunkelheit. Man muss dann nur als Bahnfahrer aufpassen, dass man von der Abfahrt ins Tal die letzte Abzweigung Landtunnel oder Findelbach findet, denn sonst landet man weit ausserhalb von Zermatt an der Seilbahnstation Furi. In diesem Fall würde sich an den langen Skitag ein ausgedehnter Nachtmarsch anschliessen, in Zermatt ist eben alles etwas weitläufiger. Der Zug nach Täsch verkehrt aber bis 23.20, man kann daher den teuren Skipass richtig auskosten!
Nicht ganz so hoch hinaus geht´s in Saas Fee hier geht es "nur" bis 3500m zum Allalin. Das Panorama ist aber genauso faszinierend, Allalin, Alphubel, Dom, alles Viertausender, liegen zum Greifen nah. Als Skifahrer ist man beeindruckt, denn die Pisten führen direkt an blauschimmernden Gletscherbrüchen vorbei. Abenteuerlicher kann Pistenfahren nicht sein. Das Skigebiet, insgesamt stehen über 100km präparierte Pisten zur Verfügung, verteilt sich auf das Gebiet am Allalin und Spielboden, das Gebiet am Felskinn und das kleine "Hausskigebiet" am Plattjen, alle Teilgebiete sind aber perfekt mitteinander verbunden. Insgesamt ist das Skigebiet recht anspruchsvoll, die Hälfte aller Pisten sind schwer, ein Viertel "rot", der Rest leicht. Für Snowboarder gibt es an der Egginer Piste einen riesigen Fun Park.
Die Liftpreise sind auch in Saas Fee nicht gerade als "Schnäppchen" zu bezeichnen:

Liftpreise Erw. Kinder (bis 16)
1 Tag 60.- 36.-
6 Tage 290.- 174.-

Für Familien -das 2. Kind, alle weiteren auch, ist frei!- gibt es einen Familienpass für 5, 6 oder mehr Tage, 6 Tage kosten z. B. 6 Tage mit einem oder mehr Kindern 754 Euro.
Als "mierig" haben wir es empfunden, dass bei diesen Preisen ein Skibus nicht eingeschlossen ist. Denn auch Saas Fee ist autofrei, und je nach Wohnlage kann der Weg zum Lift ganz schön weit sein. Es gibt Elektrobusse, die allerdings extra bezahlt werden müssen.
In Saas Fee herrscht im Gegensatz zu Zermatt noch eine dörfliche Atmosphäre. Das beginnt schon damit, dass das Gepäck mit einem Handwägelchen zur Unterkunft gebracht wird, Autos müssen auf dem Parkplatz am Dorfrand bleiben. Das Ortsbild ist noch intakt, Holz überwiegt, klotzige Betonbauten stören nicht. Diese etwas dörfliche Atmosphäre ist auch nach dem Skifahren wieder zu spüren, entspannt kann man durch den Ort bummeln und vor allem das Apres-Leben geniessen. Die Abfahrten enden alle am Ortsrand, nach der letzten Abfahrt trifft man sich bei schönem Wetter zur "happy hour" an den Schirmbars der Hauptstrasse. Für eine Stunde ist dann Jubel/Trubel, dann herrscht wieder Ruhe.

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