Softboots nur für softes Gleiten?

Softboots - aus der Snowboardszene nicht mehr wegzudenken, hat sich dieser Name bei Skifahrern nicht so richtig durchsetzen können. Viele Skifahrer haben immer noch die Vorstellung, die Verbindung zwischen Mensch und Ski funktioniere nur dann problemlos, wenn die Füsse die präzise Umsetzung der Lenkbefehle auch immer deutlich spürten. Ein kompromisslos harter Mehrschnaller ist für den Rennläufer durchaus sinnvoll, denn ein Rennen dauert nur ein bis zwei Minuten, der „normale“ Skitag allerdings geht über mehrere Stunden.
Viele Hersteller nennen ihre neu entwickelten Sportgeräte nicht „Softboots“, weil dieser Begriff wenig „Sportlichkeit“ suggeriert; sei sind immer noch auf der Suche nach einem unbelasteten Produktnamen. Völlig zu Unrecht, denn für moderne Skistiefel gilt die „alte“ Faustregel sportlich gleich hart nur noch bedingt, die Flexibiltät, der Komfort und fast individuelle Passform spielen beim Skistiefelverkauf mittlerweile eine zentrale Rolle.
Fast alle Hersteller aktueller Softboots arbeiten mit einer Art Schnürsystem, das den Fuß festhält, ohne ihn nur an drei oder vier Stellen - 3- oder 4-Schnaller- einzuzwängen. Bei unseren Testfahrten haben wir allerdings festgestellt, dass Schuhe, deren „Schnürsystem“ den Fuß und den Unterschenkel gemeinsam „umschließen“ ein „schwammiges“ Fahrgefühl verursachen, das von einigen Herstellern dann wieder mit Hilfe einiger Schnallen kompensiert wird. Ein solcher „Kompromiss“ führt letztendlich zu einem bequemen, allerdings insgesamt relativ weichen Skistiefel. Steuerimpulse gehen so zu großen Teilen verloren, sie werden vom soften Schuh zu großen teilen kompensiert., wir haben sehr häufig einen direkten Kontakt zum Ski vermisst.
Einen etwas anderen Weg geht NORDICA mit seinen SmarTECH-Modellen. Hier wird der Fuß durch ein Kabelzugsystem fest umschlossen, der Schaft davon unabhängig mit einer Ratschenschnalle und einem Klettband geschlossen. Das Ergebnis ist ein Skistiefel, der einen sehr direkten Skikontakt ermöglicht, der darüber hinaus durch progressiv gebremstes Flexverhalten des Schaftes ein relativ direktes Umsetzen der Bewegungsimpulse auf die Ski ermöglicht. Eine enorme Seitensteifigkeit wird durch L-förmige Aluversteifungen der Aussenschale erreicht. Wie bei fast allen anderen „Softboots“ auch ist der Ein- und Ausstieg kinderleicht.
Allerdings müssen wir ehrlich sagen, dass bei ganz eisiger Piste und auch in richtigen Buckelpisten die Grenzen dieser Konstruktion erkennbar werden. Für solche Bedingungen greifen wir wieder zu unserem „alten“ Race-Stiefel - müssen dann allerdings manchmal am Lift ganz schnell die Schnallen öffnen.