Tal logo

Nordic Walking

Aus einer Trainingsmethode der Skilangläufer in der schneefreien Zeit ist ein Breiten- und Gesundheitssport geworden, der zur Zeit immer populärer wird. Spezielle Stöcke sind entwickelt worden, Schuhe, Kleidung, Bücher, Kurse, Trainerausbildung gehören dazu, Handschuhe, Kalorienzähler, Marathons und vieles andere wird folgen.
Nordic Walking ist Walking mit speziellen Stöcken, die nicht ständig fest gegriffen werden, sondern bei jeder Armbewegung neben dem Körper schwingen. Der neue Trendsport kommt aus Finnland, hier sind die ersten speziellen Stöcke auf den Markt gekommen, der erste Hersteller dieser Stöcke, die Firma Exel, erhielt hier 1997 einen Innovationspreis. Seitdem wuchs die Popularität von Nordic Walking beispiellos schnell. Etwa 480.000 Finnen betreiben diesen Sport regelmäßig und über eine Million, das sind 30% der finnischen Gesamtbevölkerung, waren im Jahr 2000 mindestens einmal mit den Stöcken auf Tour. Nachdem sich der Trendsport in Skandinavien ausgesprochen großer Beliebtheit erfreut, werden jetzt auch andere Länder vom Nordic Walking Fieber befallen.

Hohe Trainingseffektivität von Medizinern beachtet; aerobe Fitness, Kräftigung der Arm- und Rumpfmuskulatur, Entlastung der Gelenke.

Nordic Walking ist mit gutem Grund "in", denn es ist bewiesenermaßen fast doppelt so effektiv wie normales Walking ohne Stöcke. Durch die zusätzliche Arm-Stockarbeit wird der gesamte Muskelapparat beansprucht. Schulter- und Brustmuskulatur werden gestrafft, die Arme gestärkt und gleichzeitig lösen sich Muskelverspannungen im Nacken und in der Schulterregion. Selbst bei niedrigem Tempo wird die aerobe Fitness trainiert, der Trainingseffekt hängt natürlich auch hier letzendlich vom individuellen Trainingszustand ab. Studienergebnisse des renommierten Cooper Instituts in Dallas, USA, ergaben einen gesteigerten Energieaufwand und einen höheren Sauerstoffverbrauch von durchschnittlich 20%. Zusätzlich konnte eine sechs prozentige Zunahme im Herzfrequenzbereich gemessen werden - immer im Vergleich zum Walking ohne Stöcke und in bezug auf ein vergleichbares Tempo. Die individuellen Ergebnisse waren bemerkenswert. Der Kalorienverbrauch mancher Teilnehmer steigerte sich um bis zu 46%.
Aus medizinischer Sicht bietet das Nordic Walking, neben den bekannten positiven Auswirkungen eines regelmäßigen Herz-Kreislauftrainings viele weitere beachtenswerte Trainingseffekte. So wird das physiologische Gangbild mit dem diagonalen Armschwung trainiert, der Stockeinsatz bringt eine wirksame Innervation und Tonisierung der rückenstabilisierenden Muskulatur, durch das Anspannen der Rumpf- und Bauchmuskulatur wird Instabilitäten der Ledenwirbelsäule aktiv vorgebeugt. Auch postoperativ ist der Einsatz der Nordic Walker ein Vorteil, da bis zu 15% des Körpergewichtes beim Laufen aufgenommen werden kann und somit der Bewegungsapparat entlastet wird. Ein Effekt, der auch und gerade bei Übergewichtigen eine positive Rolle spielt.
Gerade in bezug auf diese Zielgruppe ist Nordic Walking eine sehr interessante Sportart; Übergewichtige Personen können mit Hilfe der Stöcke sportlich gehen, über einen längeren Zeitpunkt gehen und so sehr viel für die Fettverbrennung leisten.

Die optimale Stocklänge
Nordic Walking Stöcke werden in Längen von 100 bis 140 cm, in 5 cm - Stufen angeboten. Die optimale Stocklänge errechnet man mit Hilfe der Formel: Körpergröße in cm x 0,7. Wir empfehlen auf die niedrigere Stocklänge abzurunden, da dies die Ausführung der optimalen Technik erleichtert. Beispiel: Ein 176 cm großer Mann sollte somit einen 120 cm Stock verwenden.
Das richtige Material
Nordic Walking Stöcke bestehen entweder aus Aluminium oder aus einem Materialmix von Glasfiber mit einem Carbonanteil oder zu 100 % aus Carbon. Carbonstöcke sind generell stabiler in Bezug auf seitliche Belastungen wie Durchbiegen usw als Alustöcke. Je länger die Stöcke sind und je höher der Krafteinsatz oder das Gewicht des Walkers, umso eher sind Stöcke mit hohem Carbonanteil sinnvoll.
Handschlaufen
Speziell entworfenen Handschlaufen gewährleisten einen ermüdungsfreien Einsatz der Stöcke über längere Trainingszeiträume. Nach dem Anziehen der Handschlaufe wird diese mit einem individuell anzupassenden Klettverschluß fixiert. Der Stockgriff ist parallel zu den Fingergrundgeleken plaziert, so das man erst kurz vor dem Aufsetzen der Stöcke zugreifen muss und beim dem nach hinten Schwingen der Arme den Griff wieder losläßt. Dieser Bewegungsablauf gewährleistet, dass die Armmuskulatur nicht überlastet wird und ermüdet. Um die verschiedenen Bodenbeschaffenheiten zu berücksichtigen, kann die Spitze der Stöcke wahlweise mit Gummipads (glatter Untergrund wie Strasse, Asphalt, Stein) oder einer Metallspitze (Waldboden, Feldwege) versehen werden.
Technik
Der rechte Stock hat dann Bodenberührung, wenn die linke Ferse aufsetzt und umgekehrt. Der Stock wird mit einer deutlichen Neigung nach hinten aufgesetzt, die Spitze setzt bestenfalls auf Höhe der Ferse auf, eher noch einige cm nach hinten. Durch einen kräftigeren Einsatz der Arm- und Oberkörpermuskulatur und auch durch einen intensiv Stockschub nach hinten kann das Walkingtempo erhöht und die Effektivität der Trainingseinheit gesteigert werden. Durch verschiedene Trainingsvarianten, z. B. schnelle Trippelschritte oder große, weit ausladende Schritte oder den gleichzeitigen, parallelen Stockeinsatz ( Doppelstockeinsatz ) sind Abwechslung und Spaß garantiert.
Die Trainingsintensität kann durch Jogging und sogar Schrittsprünge (maximal 20 Sprünge) gewechselt werden. So ergibt sich die Möglichkeit eines Intervalltrainings mit niederen Belastungsstufen bis hin zum High Impact Workout.

Bildergalerie