Zermatt – Matterhorn ski paradise

 

Mit fast 4’000 Metern Höhe das höchstgelegene Skigebiet der Alpen, Skilaufen zwischen 3820m und knapp 1600m Höhe,
162 Pistenkilometer und 38 km Freeridepisten,
super lange Abfahrten, immer wieder der Blick aufs Matterhorn, das gewaltige Monte Rosa Massiv, den Breithorn-Kamm und andere unzählige 4000er,
Skilaufen das ganze Jahr und Skilaufen (fast) rund um die Uhr:
Start um7.40 Uhr mit dem „First Track“ auf den frisch präparierten Pisten zwischen Trockener Steg und Furi und anschließend Frühstück im Matterhorn glacier paradise Restaurant auf 3883 m Höhe,
Abschluss mit einer Mondscheinabfahrt vom Stockhorn oder Gornergrat nach einem Fondue im Restaurant Stockhorn oder Kulmhotel Gornergart
Zermatt ist eine Skistation der Superlative.

Blick auf Zermatt

Wir waren Mitte Dezember 2018 zur Winter-Saison Eröffnung in Zermatt mit Neuschnee, Wolken, Sonne und mit minus 18 Grad auf dem kleinen Matterhorn teilweise richtig winterlichen Temperaturen. Gewohnt haben wir in Täsch und sind von da jeden Morgen mit mit dem Zug – Zermatt Shuttle – nach Zermatt gefahren.

Zermatt ist bereits seit 1931 autofrei, lediglich Elektroautos und Pferdekutschen sind erlaubt. Gäste, die mit dem Auto anreisen, müssen daher in einem der Parkhäuser in Täsch (5 km von Zermatt entfernt) parken und dann mit dem Taxiservice oder den Shuttle-Zügen, die alle 20 Minuten verkehren, nach Zermatt einreisen. Ab Bahnhof Zermatt geht es dann mit dem Skibus weiter zu einer der Seilbahnen; die Zahnradbahn auf den Gornergrad startet direkt gegenüber vom Bahnhof und auch zur Talstation der Sunnegga-Bahn (Rothorn) kann man eigentlich auch in wenigen Minuten zu Fuß gehen.

Rothorn, Gornergrad und Hohtälli, Trockener Steg und kleines Matterhorn oder Trockener Steg und Furggsattel? Das Angebot ist schon sehr groß, der überwiegende Teil der Pisten ist rot, breit und lang, diverse schwarze Abfahrten und jede Menge Freeride Hänge kommen hinzu, und in Verbindung mit der italienischen Seite der Matterhorn-Region oberhalb von Breuil-Cevinia präsentiert sich dann noch mit 360 Pistenkilometern ein gigantisches Skigebiet mit einem gemeinsamen Skipass – Matterhorn Skiparadise international. Der Skipass kostet dann allerdings auch für einen Erwachsenen für 7 Tage 500 CHF,  zur Zeit ca. 440 €, während  für das Zermatter Teilgebiet – Skipass Zermatt – 412 CHF, ca. 366 € , anfallen; in beiden Fällen sind 5% Bonus für Online-Buchung enthalten.

Die Skirunde durch das Zermatter Gebiet beginnt am Rothorn; das 3103m hohe Rothorn (genauer: Das Unterrothorn) ist ein excellenter Aussichtsberg mit Sicht auf die Bergriesen der Walliser Alpen, das Rothorn ist aber auch ein interessanter Skiberg mit diversen Abfahrten Richtung Tuftern, Sannugga und auch Zermatt.

Die Seilbahn von Blauherd hoch aufs Rothorn ist jetzt zur Wintersaison 2018/19 nach 7- monatiger Unterbrechung wieder in Betrieb. Bei Mast 1 der Rothorn-Bahn auf einer Höhe von 3000 m ist Ende März 2018 festgestellt worden, dass einzelne Stabelemente der Mastkonstruktion durch Bewegungen des Untergrunds deformiert wurden, der Betrieb musste unterbrochen werden, um den instabilen Untergrund mit aufwendigen Bauarbeiten zu stabilisieren. Jetzt läuft die Bahn wieder während der Wintersaison, im kommenden Sommer werden die Stabilisierungs-Maßnahmen fortgesetzt.
Ein Unglück kommt selten allein …; im Januar 2018 hat ein Lawine auch schon die Talstation die Sesselbahn Kumme am Rothornmassiv total zerstört, ein Neubau + Verlängerung der Beförderungsanlage bis runter zum Gebiet Tuftern auf 2215m Höhe ist geplant, Realisierungszeitraum ab 2020.
Ebenso in intensiver Diskussion ist in diesem Gebiet auch eine Verbindung von Täsch per Seilbahn! Die Seilbahngesellschaft Zermatt Bergbahnen AG kann sich über Langeweile sicherlich nicht beklagen!

Vom Rothorn führt die schöne rote Abfahrt Fluhalp zur Talstation der Hohtälli-Bahn, die uns wieder auf 3286 m Höhe bringt. Zwischen Hohtälli, Rote Nase 3247m und Stockhorn (3532m) befindet sich ein eindrucksvolles Freeride-Gebiet, welches nach Abriss der alten Pendelbahn Hohtälli-Stockhorn weiterhin durch die Bahn Hohtälli – Rote Nase und den Schlepplift Triftji erschlossen wird.

Gornergrad

Von Hohtälli geht es auf roter Piste 44/Hohtälli Richtung Gornergrat und weiter über die Station Riffelberg bis runter nach Furi (1867 m) – eine Abfahrt über 1400 Höhenmeter. Bei dieser Abfahrt trifft man immer wieder auf die Gornergardbahn; die Zahnradbahn startet in Zermatt direkt am Bahnhof und fährt auf einer Strecke von 9,3 km in 33 Minuten auf den Gornergrad in 3089 m ü.M – die Bahnfahrt mit Blick auf das Matterhorn ist nicht nur für Bahnfreaks ein Erlebnis.

In der Seilbahnstation Furi steigen wir um in den Matterhorn glacier express, der uns dann in ca. 15 Minuten Fahrzeit über Schwarzsee und Furgg nach Trockener Steg,  2939 m hoch, bringt.

Testa Grigia und Furggsattel

Hier fährt man kann man zwischendurch mal kurz per Sessellift auf den Furggsattel, vom dem links und rechts des Liftes herrliche Hänge zurück zur Station Trockener Steg führen oder man nimmt die Matterhornabfahrt zur Station Schwarzsee. Die Station Trockener Steg ist mit der Lage zwischen Theodulgletscher, Plataeu Rosa und der Testa Grigia Station (Übergang ins Skigebiet Breuil-Cervinia) und den breiten Hängen unterhalb des Matterhorns so etwas wie die Zentralstation des Skigebietes. 

 

Ab hier startet dann auch die neue Bahn auf das kleine Matterhorn – Matterhorn glacier pardise, 3883m.

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Die neue 3S Bahn Trockener Steg–Matterhorn glacier paradise/Klein Matterhorn ist das größte Projekt in der Geschichte der Zermatt Bergbahnen AG und wurde nach langer Planungszeit und einem Investitionsvolumen von über 52 Millionen Franken zur Wintersaison 2018 im November in Betrieb genommen: 25 Kabinen mit je 28 Sitzplätzen befördern so bis zu 2000 Personen pro Stunde auf die Bergstation – die höchste 3S Seilbahn der Welt.
Bis 2019/20 soll dann noch eine neue mastenfreie Pendelbahn Testa Grigia–Matterhorn glacier paradise/Klein Matterhorn gebaut werden, die dann die beiden Skigebiete und Destinationen Zermatt und Breuil-Cervinia/Valtournenche durchgängig mit Seilbahnen auch für Nicht-Skifahrer verbindet.
Matterhorn glacier paradise ist nicht nur eine Seilbahnstation, sondern hier ist mittlerweile eine Erlebnis-Lokalität entstanden: Eine Aussichtsplattform, ein Kino im Stollen mit Kurzfilmen über Alpinismus, Bergwelt mit Flora und Fauna sowie Freeride-Skiing, ein Gletscher-Palast im Eis und ein Restaurant mit Panoramafenstern machen die Station auch für Nichtskifahrer interessant.

Abfahrt auf dem Theodulgletscher

Die Abfahrt vom kleinen Matterhorn bis runter nach Zermatt ist dann eines der Highlights dieser Skirunde das das Zermatter Gebiet: Sie überwindet immerhin noch mal rund 2200 Höhenmeter mit vielen Variationsmöglichkeiten und Einkehrmöglichkeiten – ein grandioser Abschluss der Tour durch das Matterhorn ski paradise. Vor der Abfahrt muss man sich allerdings auf jeden Fall noch Zeit für einen Stop im Rifugio Guide del Cervino auf der Testa Grigia nehmen; der Kaffee oder Cappuchino oder auch ein italienisches Gericht sind hier schon angesichts der Lage, der urigen Einrichtung und der vielen Bilder diverser Bersgsportlegenden ein besonderer Genuß.

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Das Besondere an diesem Super-Skigebiet sind ohne Zweifel neben dem speziellen Landschaftserlebnis die langen Abfahrten; die Abfahrten vom Rothorn, vom Gornergrat, vom Kleinen Matterhorn, von der Testa Grigia oder vom Furggsattel jeweils bis runter nach Zermatt sind einfach nur schön. Sie sind aber auch immer mit einer längeren Seilbahnfahrt verbunden, die allerdings – zumindest bei einigermaßen ordentlicher Sicht – nicht langweilig wird; die hochalpine Umgebung mit den vielen 4Tausendern und ihren Gletschergebieten ist immer wieder beeindruckend.
Was dann aber leider nicht durch eine beeindruckende Aussicht kompensiert wird, ist die Fahrt mit den manchmal übervollen Skibussen! Zermatt ist ja bereits seit 1931 autofrei, und das ist auch gut so. Aber trotzdem ist die Situation mit den Skibussen dringend verbesserungswürdig; selbst jetzt in der „Vorsaison“ vor Weihnachten war der Skibus um 9.30 Richtung Matterhorn glacier express nach 2 Stationen schon so voll, dass an den folgenden Stationen niemand mehr einsteigen konnte. In der Hauptsaison, wenn Zermatt nahezu ausgebucht ist und täglich noch viele Gäste per Zug von Täsch kommen, ist natürlich noch viel mehr Betrieb und die Situation mit den Skibusses ist dann sicherlich sehr ärgerlich. Viele „Lokals“ haben schon reagiert und fahren per Rad, auch per E-Bike, mit den Ski am Gepäckträger zur Seilbahn.

Fuhrpark in der Talstation Matterhorn glacier paradise