Eurobike 2019: E-Bikes brummen

In den 4 Tagen – 4. bis 7. September, in denen die Eurobike 2019 in den Messehallen in Friedrichshafen die Zukunft des Fahrrads zeigte,  wurde deutlich: E-Bikes sind weiterhin auf dem Höhenflug; ob als Cargobike, Renn- oder Klapprad, als Citybike oder für lange Tour mit viel Gepäck, als Fully oder mit Akkus im Doppelpack, mit Riemenantrieb und Getriebe, mit Scheibenbremse oder Rücktritt.

Angetrieben vom besonderen Schub der Elektrifizierung wurde in Friedrichshafen klar: Das Fahrrad spielt eine zunehmend wichtige Rolle – ob in der Stadt oder auf dem Land, in der Freizeit oder auf dem Weg zur Arbeit“, so Messe-Geschäftsführer Klaus Wellmann.
Natürlich wurden auf der Eurobike auch jede Menge neuer Räder ohne E-Motor gezeigt; Kinderräder, Rennräder; Triathlonmaschinen, Tourenräder …. und natürlich auch MTBs und und und. Wir haben uns dieses Jahr allerdings mal auf Räder mit E-Motor konzentriert, und hier auch auf die eher sportlich orientierten Renn- und Gravelbikes und MTBs. Wobei natürlich der Nutzen der Stadt- und Alltags – E Bikes wie auch der Tourenräder und der sog. Cargobikes zur vieldiskutierten E-Mobiltät deutlich höher ist.
Wir haben ans Ende dieses Beitrags  deshalb eine Diareihe gehängt, um auch hier über die ein oder andere Neuigkeit zu informieren. Wie oben erwähnt, der Radmarkt ist in Bewegung, E-Bikes sind auf der Überholspur; jetzt fehlt nur noch die Infrastruktur, die Verkehrspolitik ist gefordert!

E-Bikes haben Radfahren in den letzten Jahren stark verändert, der Radmarkt und die Radszene insgesamt sind in Bewegung geraten: 2018 wurden in Deutschland 980 000 E-Bikes verkauft, davon 298 000 e–MTBs. E – Biken ist „in“ und vielfältig, das „MTB-Urgestein“ Ulrich Stanciu: “ das E-Mountainbike gibt einfach mehr Freiheit. Ich kann selbst über den Grad der Anstrengung entscheiden und ihn mir dann einstellen. Ich kann im Eco-Modus den Berg hochfahren, dann habe ich ein ganz kleines bisschen Rückenwind, muss aber selbst immer noch viel arbeiten. Ich kann aber auch auf Sport oder Turbo schalten. Dann schiebt mich das so den Berg rauf, dass das fast schon Entspannung ist. … das ist eine gute Entwicklung, eine Demokratisierung des Mountainbikes.

Bei den neuen E-Bike Modellen stehen einerseits mehr Motorleistung und höhere Akkukapazitäten (= mehr Reichweite) im Focus der Entwicklung, wobei die Motoren leichter geworden sind.
MTB Fulllys mit E-Motoren mit maximalem Drehmoment von 80 und mehr Nm, Akkus im Doppelpack, die zusammen auf über 1000 Wh kommen, ausgestattet mit großen Federwegen, Carbonrahmen und vielleicht auch noch elektronischer Schaltung kratzen dann schon mal an der 10 000 € Grenze.

 

 

Darüber hinaus sind Akku-Integration in den Rahmen (in der Regel in das Unterrohr) und Vollfederung auch bei Nicht-MTBs , die Firmen sprechen hier von SUV E-Bikes, zentrale Themen. Die Räder sind sehr bequem, vielseitig und sehr gut ausgestattet.

 

 

Andererseits geht die Entwicklung aber auch in Richtung Leichtbau – Electric light;                      E-Rennräder, E-Gravel Bikes, stylische E-City Bikes und E-Singlespeeds werden mit leichten und kleinen Motor-Batterie Systemen ausgestattet.
Die italienische Edelbike Schmiede De Rosa hat auf der Eurobike z. B. ein nur 12 kg leichtes E-Rennrad vorgestellt, ausgestattet mit 1700g leichtem Carbon Rahmen, hydraulischen Scheibenbremsen, komplett innen verlegten Zügen und dem kompakten Bafang M800 Mittelmotor + 200 Wh Akku. Der Motor leistet bei einem Nennwert von 200 Watt 55 Nm maxiles Drehmoment.

 

Weitere E-Rennräder und E-Gravel-Bikes

Corratec E-Allroad Expert, jetzt mit dem neuen Bosch Motor Performance CX und 500 Wh Bosch Akku ausgestattet. Der Motor gibt schon deutlichen Schub im Anstieg und in der Beschleunigung bis 25 kmh, er hat natürlich auch mit dem 500 Wh Akku ein Mehrgewicht von 5,5 kg und dieses System kann nicht im Unterschied zum letztjährig von Corratec genutzten Fazua-System nicht abgenommen werden.

 

Bianchi stellt sein e-road Bike ARIA vor: Carbonrahmen, Ultegra-Austattung, Scheibenbremsen und X35 eBike System von Mahle. Der Motor leistet mit einer Nennleistung von 250 Watt ein maximales Drehmoment von 40 Nm, der im Unterrohr integrierte Akku verfügt über 250 Wh Kapazität, das System insgesamt wiegt 3,5 kg und bringt das Rad damit auf ein Gesamtgewicht von 12,3 kg – UVP: 4999,- €.

 

Im E-Allroad Impulso Ultegra 2019 von BIanchi ist das Polini EP3 Antriebssystem verbaut: Mit bis zu 70 Nm ist das maximal mögliche Drehmoment mehr als ausreichend für die Straße. Auch die maximale Unterstützung der Pedalkraft ist mit bis zu 350% spürbar kräftig. Bianchi verbaut am Impulso serienmäßig einen mit 500 Wh starken Akku. Das System kommt auf insgesamt ca. 5,5 kg, das Rad mit Alu Triple Hydroforming Technologie-Rahmen wiegt dann knapp über 15 kg.

KTM und Bulls haben in ihren E-Renn- und Gravelbikes u. a. die extrem leichte und kleine Fazua Antriebseinheit verbaut; Motor und Akku sind eine Einheit und können bei Bedarf ganz einfach abgenommen werden: Das Drivepack beinhaltet den Motor sowie die Elektronik. Mit 1,9 kg ist das Gewicht extrem niedrig. Die Motoreinheit dient auch als Aufnahme für die Batterie, die mit nur 1,4 kg so viel wie eine Wasserflasche wiegt.Insgesamt kommt das Antriebssystem also auf ein Gewicht von knapp 3,4 kg, bei einer Leistung von 55 Nm und 250 Wh.

 

 

E-MTBs bzw. E-Enduros

Newcomer Ettention hat sein neues Carbon-Fully „Oak“ nicht nur mit einem edlen Fox-Fahrwerk, sondern auch mit Bafangs stärkstem Mittelmotor der S Klasse (Unterstützung bis 45 kmh, versicherungspflichtig) ausstatten; der M600-Antrieb bietet 500 Watt Nennleistung und maximal 120 Nm Drehmoment, der Akku verfügt über 600 Wh.

Spektakulär sind die neuen vollgefederten E-MTBs bzw. E-Enduros mit extrem langen Federwegen schon aufgrund ihrer Optik und Ausstattung. Einige Modelle werden hier mit 2 Akkus angeboten oder auch mit dem nagelneuen ABS Bremsassistent von Bosch. Zu Meridas neuemTomodell e ONE-SIXTY 10k , ausgestattet mit Shimano STEPS-E8000-Motor, 504 Wh-Batteriekapazität, Carbonrahmen + Alu-Hinterbau, Shimano XTR Ausstattung mit der 4 Kolben Bremsanlage und vorn 29er, hinten 27,5er Laufräder (DIMMIX Technology), gehört generell ein zweiter Akku in einem exklusiven Evoc FR Trail E-Ride-Rucksack – Kostenpunkt 9.799 € UVP.
Bei den Motoren dieses Segments dominiert der neue Bosch Performance Line CX, ansonsten werden auch Brose, Shimano, Yamaha und Panasonic verbaut.
Bulls hat in diesem Segment eine besondere Gruppe – die SONIC E-Bikes – entwickelt. Bulls: „Viele kleine und große Innovationen machen aus dem SONIC das E-MTB einer neuen Generation“. Augenfällig ist der kompakte Rahmen mit der optisch sehr gelungenen Akkuintegration mit 45Degree Batterie-Entnahme , das voluminöse Steuerrohr mit entsprechend dimensionierter Gabelkrone für ein 1,8 Zoll Lager und die besonders stabilen Kettenstreben; „ein innovatives E – Power Chassis“.

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Weitere interessante E-Bikes für Tour, Stadt und Transport

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